Leitbild & Motto

Schwerpunkte der musikalischen Vereinsarbeit bilden vorab die Pflege der traditionellen Männerchorliteratur, aber auch das echte Volkslied sowie die Einbeziehung geistlicher Chorwerke. Von großer Bedeutung ist auch der Kontakt zu anderen Chorgemeinschaften, der das Leben des Vereins stets wesentlich bereicherte. Große Chorleiter wie Otto Rubatscher (1962–1994), Andi Ellecosta (1994–2007), die oft über Jahrzehnte hin wirkten, bestimmten grundlegend Arbeit und Ausrichtung des Vereins, nicht minder wichtig war die Organisationsarbeit und einigende Führung durch die Obmänner.

Der Chor ist durch seine sängerische Tätigkeit fest im Brixner Stadtleben verankert, zudem setzt er neben dem Singen auch gesellschaftliche und kulturelle Akzente, wobei das „Stadtlerlachn“ sowie die Herausgabe der Faschingszeitung „Hoblschoatn“ im Fasching hervorzuheben sind.

Nicht zuletzt darf der gemeinschaftsstiftende Wert des Vereines hervorgehoben werden, ein unbezahlbarer Wert, dem in der heutigen Zeit immer größere Bedeutung beizumessen ist.

Geschichte

Der Männergesangverein Brixen ging 1862 aus dem „Dr.-Krapfschen-Quartett“ hervor.

1864 wird das Vereinsorchester gegründet.

Um unabhängig zu sein, wurde 1875 durch eine Lotterie das Waltherhaus im Zentrum Brixens erworben.

MGV Brixen – Walthersaal 1

1881 erlaubt der Leiter des Chores auch die Aufnahme von Frauenstimmen.

Ahnentafel des MGV – entworfen von Oswald Waltz.

1902 feiert der Verein sein 40. Stiftungsfest.

1926 wird der Männergesangverein und das Vereinsorchester von den faschistischen Machthabern verboten, der Obmann zu zweieinhalb Jahren Arrest in erster Instanz verurteilt. In zweiter Instanz wurde er freigesprochen.

MGV Brixen – Kleiner Chor sw

Walthersaal

Seit der Gründung wurden die Proben im Gasthaus Neuhaus abgehalten. Um unabhängig zu sein wurde 1875 durch eine Lotterie das Waltherhaus im Zentrum Brixens erworben. Der Saal wurde nach dem Minnesänger Walther von der Vogelweide benannt. Der Umbau überstieg aber die Mittel des Vereins, sodass 1880 das Haus der Sparkasse Brixen veräußert werden musste.

MGV Brixen – vertrag

2011 wurden die Renovierungsarbeiten abgeschlossen. Wie bei solchen Unterfangen üblich wurde aus dem „nur Weisseln“ eine umfassende Renovierung: auch die barocken Elemente der Decke wurden aufgefrischt, die Elektroinstallation erneuert, der Boden geschliffen und neu versiegelt, die WCs renoviert und manch nützliches Gerät angeschafft. Im Vorraum wurde eine kleine Küche eingebaut, um bei kleineren Feierlichkeiten die Gäste in Eigenregie zu bewirtschaften.

Da kam der Zufall zu Hilfe: Die Sparkasse wollte das ganze Haus verkaufen – dies erfuhr der Obmann Alfred Ellecosta, der zusammen mit dem damaligen Sparkassendirektor Helmuth Plankl (selbst Mitglied beim MGV Brixen) sich tüchtig um eine Einigung einsetzte. Die Stiftung Sparkasse überließ dann der Gemeinde Brixen zu einem sehr zuvorkommenden Preis den Walthersaal mit der Auflage, dass der MGV Brixen dort Heimrecht besitzt, solange der Verein existiert.

Damit dies rechtlich möglich wurde, musste ein Teil des Verkaufspreises vom MGV Brixen selbst entrichtet werden. Somit ist der MGV Brixen seit 2009 wieder Mitbesitzer dieses wunderschönen Saales.

Im Bild die Vertragsunterzeichnung, von links:
Albert Pürgstaller, Bürgermeister der Stadt Brixen
Norbert Plattner, Präsident der Südtiroler Sparkasse
Alfred Ellecosta, Obmann des Männergesangvereins